Integriertes Energiekonzept

Integriertes Energiekonzept


Dow Stade – Standort mit Vorbildcharakter

Neben den Energiekosten spielt für Dow die langfristige Planungs- und Versorgungssicherheit eine zentrale Rolle. Deshalb arbeitet das Unternehmen auch mit eigenen, umweltschonenden und effizienten Energieerzeugungsanlagen. Am Standort Stade beispielsweise setzt Dow auf ein wegweisendes Energieversorgungskonzept, das auf der Kombination von fossilen und erneuerbaren Rohstoffen beruht. Dazu soll ein Energieträgermix aus Wasserstoff, Erdgas, Steinkohle und Biomasse zur Erzeugung von Strom und Dampf verwendet werden. Der Wasserstoff ist ein Nebenprodukt der Elektrolyse-Anlage des Werks und verbrennt CO2-frei gemeinsam mit Erdgas in einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk, das gerade für rund 300 Millionen Euro gebaut wird. Das hochmoderne Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerk erzielt voraussichtlich einen Brennstoffnutzungsgrad von rund 85 Prozent und verbindet so auf vorbildliche Weise Leistungsstärke mit konkreten Maßnahmen zum Klimaschutz. Ende 2013 geht es in Betrieb. Darüber hinaus sieht das Dow-Energiekonzept in Stade ein weiteres Industriekraftwerk vor. Dort sollen Steinkohle, Biomasse und Wasserstoff zum Einsatz kommen, um Strom und Dampf zu erzeugen. Das Genehmigungsverfahren für diesen Teil der Energieversorgung begann im Juni 2012.

Wie wird Windenergie gespeichert?

Eine der größten Herausforderungen der Energiewende ist das Speichern von umfangreichen Mengen regenerativ erzeugter Energie, zum Beispiel aus Windkraftanlagen. Mit überschüssigem Strom aus den Windenergieanlagen kann Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt werden. Der energiereiche Wasserstoff wird in einer Gasspeicherkaverne in einem Salzstock eingelagert. Bei Bedarf wird er im Kraftwerk CO2-frei in Strom gewandelt und in das Netz eingespeist. Das Konzept erlaubt eine Speicherung der bisher ungenutzten Energie aus Windkraftanlagen und kann so auch zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Die norddeutsche Chemieindustrie prüft derzeit unter wirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten intensiv seine Umsetzbarkeit. Dow Stade ist federführend mit dabei. Denn das Stader Werk bietet die idealen technischen Voraussetzungen für ein solches Konzept.

Integriertes Energiekonzept

Für das Stader Werk wird derzeit das Konzept für ein kombiniertes Gas-Kohle-Biomasse-Kraftwerk entwickelt, das erstmalig große Mengen Wasserstoff als zusätzliche Energiequelle nutzen soll. Bei diesem Konzept soll neben dem Strom auch Dampf für die Produktionsprozesse erzeugt werden. Durch diese Kraft-Wärme-Kopplung erhöht sich der Nutzungsgrad des Kraftwerks auf bis zu 60 Prozent. Der Einsatz des Wasserstoffs, der mittels Chlorelektrolyse entsteht, würde die Menge der benötigten Kohle und die damit verbundene Kohlendioxidemission um bis zu 10 Prozent reduzieren, da Wasserstoff CO2-frei verbrennt. Die Integration von Kraftwerks- und Chemiestandort erlaubt die Optimierung aller Synergien in den Bereichen Rohstoffeinsatz, Lastplanung, Kraft-Wärme-Kopplung und Umweltverträglichkeit. Rund 1,6 Milliarden Euro soll das Gesamtprojekt voraussichtlich kosten. Mit diesem Konzept verfolgt Dow ein zentrales Ziel: langfristige Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Chemie-Standortes Stade durch kostengünstige Versorgung mit Strom und Dampf.

Technische Daten

Elektrische Netto-Leistung (Strom) 1000 MWel Thermische Leistung (Dampf) 300 MWtherm Brennstoffausnutzungsgrad 55-60%